Herzbeschwerden in den Wechseljahren

Die Wechseljahre beinflussen auch das Herz-Kreislauf-System.

Kardiologie
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Neben typischen Beschwerden wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen beeinflussen die Wechseljahre auch das Herz-Kreislauf-System. Tatsächlich steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach den Wechseljahren deutlich an.

Aber warum ist das so? Welche Symptome sollten ernst genommen werden? Und wie kann man sein Herz aktiv schützen?

Warum beeinflussen die Wechseljahre das Herz?

Der wichtigste Faktor ist der sinkende Östrogenspiegel. Östrogen spielt eine entscheidende Rolle für die Gefäßgesundheit und den Fettstoffwechsel. Wenn der Hormonspiegel sinkt, kann dies folgende Auswirkungen haben:

1. Veränderungen in den Blutgefäßen

  • Östrogen trägt zur Erweiterung der Blutgefäße bei und hält sie elastisch.
  • Nach den Wechseljahren werden die Gefäße steifer, was den Blutdruck erhöhen kann.
  • Das Risiko für Arteriosklerose (Arterienverkalkung) steigt, was Herzinfarkte und Schlaganfälle begünstigt.

2. Erhöhte Cholesterinwerte

  • Östrogen beeinflusst den Fettstoffwechsel positiv, indem es das "gute" HDL-Cholesterin erhöht und das "schlechte" LDL-Cholesterin senkt.
  • Nach den Wechseljahren verschiebt sich dieses Gleichgewicht, sodass sich mehr schädliches LDL-Cholesterin in den Arterien ablagert.

3. Veränderungen im Zuckerstoffwechsel

  • Ein niedriger Östrogenspiegel kann die Insulinempfindlichkeit verringern, was das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöht.
  • Diabetes ist wiederum ein bedeutender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

4. Höheres Risiko für Bluthochdruck

  • Östrogen fördert die Weitstellung der Blutgefäße und hilft, den Blutdruck zu regulieren.
  • Nach den Wechseljahren steigt der Blutdruck bei vielen Frauen an, was die Belastung für das Herz erhöht.

5. Veränderungen der Herzfrequenz

  • Viele Frauen berichten in den Wechseljahren von Herzstolpern oder Herzrasen (Palpitationen).
  • Diese Symptome können harmlos sein, aber auch auf Herzrhythmusstörungen hindeuten.


Welche Symptome sollten ernst genommen werden?

Viele Frauen bemerken Veränderungen in ihrem Herz-Kreislauf-System, die sich durch folgende Symptome äußern können:

💓Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag – Kann auf Hormonveränderungen oder eine ernsthafte Herzrhythmusstörung hinweisen.

💓Druckgefühl oder Schmerzen in der Brust – Achtung! Dies kann ein Anzeichen für eine Angina pectoris oder sogar einen Herzinfarkt sein.

💓Atemnot – Kann ein Hinweis auf Herzinsuffizienz oder eine gestörte Durchblutung sein.

💓Schwindel, starke Müdigkeit oder Übelkeit – Gerade bei Frauen äußern sich Herzinfarkte oft unspezifisch!

💓Geschwollene Beine oder Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen – Kann auf eine beginnende Herzinsuffizienz hinweisen.

🚨 Wichtig: Falls ihr solche Symptome bemerkt, solltet ihr unbedingt ärztlichen Rat einholen!


Wie kann man das Herz in den Wechseljahren schützen?

Es gibt viele Möglichkeiten, das Herz-Kreislauf-System auch nach den Wechseljahren gesund zu halten:

1. Gesunde Ernährung für ein starkes Herz

  • Mehr Omega-3-Fettsäuren: Fetter Fisch (Lachs, Makrele), Leinöl und Walnüsse helfen, Entzündungen zu reduzieren.
  • Ballaststoffreiche Kost: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Gemüse senken den Cholesterinspiegel.
  • Mehr Antioxidantien: Beeren, dunkle Schokolade (mind. 70 % Kakao) und grüner Tee schützen die Gefäße.
  • Weniger Salz und Zucker: Bluthochdruck und Diabetes werden so vermieden.

2. Regelmäßige Bewegung

  • 30–45 Minuten Bewegung pro Tag: Spazierengehen, Tanzen, Radfahren oder Schwimmen verbessern die Durchblutung.
  • Krafttraining und Yoga: Fördert die Muskelmasse und stabilisiert den Kreislauf.

3. Stressabbau & guter Schlaf

  • Chronischer Stress kann den Blutdruck erhöhen und Entzündungen fördern. Entspannungstechniken wie Meditation, Atemübungen oder autogenes Training helfen.
  • Guter Schlaf ist essenziell, da Schlafmangel das Risiko für Herzkrankheiten erhöht.

4. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen

  • Blutdruckkontrollen: Hoher Blutdruck bleibt oft unbemerkt!
  • Blutzucker- & Cholesterinwerte messen: Eine Früherkennung schützt vor Diabetes und Arteriosklerose.
  • Herzuntersuchungen: Ein EKG oder Ultraschall kann Herzrhythmusstörungen oder Durchblutungsstörungen frühzeitig erkennen.

5. Hormontherapie – ja oder nein?

  • Eine Hormonersatztherapie (HRT) kann einige der kardiovaskulären Risiken verringern.
  • Allerdings ist sie nicht für jede Frau geeignet – hier sollte die Entscheidung individuell mit einer Ärztin oder einem Arzt getroffen werden.


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Prof. Dr. med. Petra Stute,

Stv. Chefärztin Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Frauenklinik Inselspital Bern, Schweiz

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